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Regulierer öffnet GSM Frequenzen für schnelles Internet
Vielleicht hat der Blick nach Frankreich e-plus inspiriert, bei der BNetzA die Nutzung von UMTS im 900 MHz Band zu beantragen. Über die Genehmigung der BNetzA dürften die Wettbewerber T-Mobile, Vodafone und O2 nicht erfreut sein. Haben Sie doch für die Frequenzen der Digitalen Dividende im 800 MHz Bereich fast 4 Mrd. Euro im Sommer diesen Jahres ausgegeben. Zugegeben, 28 Standorte geben keine Flächendeckung, aber mit dem Ansatz UMTS 900 auszubauen muss e-plus auch zukünftig nur eine User-/Service-Domain betreiben. Und im Gegensatz zu LTE sind die Endgeräte auch schon da.
Finanzierung des Ausbaus von breitbandigen Anschlussnetzen
Ob und welche Möglichkeiten es zur Lösung des Investitionsdilemmas beim Ausbau von breitbandigen Anschlussnetzen geben kann war Thema der Veranstaltung „Finanzierung des Ausbaus von breitbandigen Abschlussnetzen“ der österreichischen RTR. Für einen volkswirtschaftlich notwendigen Ausbau von breitbandigen Anschlussnetzen für den es keinen marktwirtschaftlichen Business Case gibt können z.B. Privat Public Partnership Projekte eine Lösung sein. Die in den Vorträgen aufgezeigten Beispiele wie z.B. Australien, Neuseeland oder Singapur sind in ihrer Art nicht wettbewerbsneutral und damit mit dem europäischen Regulierungsrahmen nicht vereinbar. Es ist allerdings davon auszugehen, dass diese Projekte ihren volkswirtschaftlichen Beitrag leisten werden. Damit ist das Investitionsdilemma eigentlich eher ein Regulierungsdilemma?
EU-Kommission und Bundesnetzagentur sehen weiterhin einen gemeinsamen Markt für den Breitbandausbau
Als alter Wein in neuen Schläuchen kann der zweite Aufguss der Konsultation der Europäischen Kommission zum Thema regulierter Zugang zu Next Generation Access Networks bezeichnet werden. Das einem Anbieter für seine Investitionen eine Risikoprämie für ein Wholesale Angebot zustehen soll, setzt voraus, dass es einen Investor gibt. Selbst die Bundesnetzagentur sieht in ihrem Papier zu den Eckpunkten der Regulierungsstrategie Hinweise, dass der Ausbau eines reinen Glasfasernetzes zu Investitionskosten von 1.000 bis 2.000 € pro Anschluss führt. In weniger dich besiedelten Regionen sei mit einem vielfachen der Investitionskosten zu rechnen. Unter diesen Randbedingungen wird selbst ein markstarkes Unternehmen wie die DTAG einen flächendeckenden Ausbau in Deutschland alleine nicht bewältigen können. Die Frage ob es für einen flächendeckenden Breitbandausbau einen Business Case und damit einen Investor geben wird stellen sich sowohl die EU-Kommission als auch die BNetzA wohl nicht.
Mobilfunkterminierungsentgelte gesenkt
Ab dem 1.April 2009 betragen die Terminierungsentgelte in die Mobilfunknetze 6,59 ct/min. für die beiden D-Netze und 7,14 ct/min. für die E Netze. Die neuen Entgelte liegen damit für T-Mobile und Vodafone D2 um gut 16 Prozent, für E-Plus und O2 um knapp 19 Prozent unter den bisherigen Entgelten von 7,92 ct/min. bzw. 8,80 ct/min. Interessant ist hierbei die Begründung der Bundesnetzagentur. "Die Tarifreduzierung beruht ganz überwiegend auf den gegenüber der letzten Entscheidung deutlich gestiegenen Verkehrsmengen in den Mobilfunknetzen, die insbesondere auf On-Net- und Datenverkehre zurückzuführen sind. Diese für den Mobilfunk erfreuliche Entwicklung zeigt, dass mobile Sprach- und Datendienste erheblich stärker als bisher genutzt werden. Dies führt bei einer stabilen Kostensituation und effizienten Netzen zu geringeren Minutenpreisen. Insoweit sind die heute genehmigten Entgelte das Ergebnis einer Neuverteilung der Kosten aufgrund der Mengenverschiebungen in den Mobilfunknetzen. Die künftig niedrigeren Terminierungsentgelte beugen darüber hinaus einer Quersubventionierung der Mobilfunknetze durch die Festnetzbetreiber vor und tragen damit dem Gesichtspunkt des chancengleichen Wettbewerbs noch besser Rechnung. Die Festnetzbetreiber haben es jetzt in der Hand, die gesunkenen Vorleistungsentgelte an die Verbraucher weiterzugeben", sagte Kurth. Werden bei weiterem anwachsen der Verkehrsmengen die Kapazitätsreserven der Mobilfunknetze aufgebraucht, müssten bei dieser Logik die die Terminierungsentgelte eigentlich wieder angehoben werden?
Neue TAL Entgelte
Dem Antrag der DTAG auf Erhöhung des TAL-Engelt auf 12,90 € hat die Bundesnetzagentur nicht entsprochen. Die Wettbewerber müssen künftig 10,20 € anstelle von 10,50 € an die DTAG entrichten. Die Ermittlung und Genehmigung der TAL-Entgelte erfolgte anhand des bereits in den vorangegangenen Verfahren verwendeten Kostenmodells für das Anschlussnetz des Wissenschaftlichen Instituts für Kommunikation (WIK), Bad Honnef, sowie der von der DTAG eingereichten Kostennachweise. Anlässlich der Bekanntgabe dieser Entscheidung erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth: "Die moderate Absenkung des TAL Preises ist das Ergebnis eines sehr sorgfältig und transparent durchgeführten Genehmigungsverfahrens. Bei der Durchführung des gesetzlich vorgegebenen Prüfprogramms hat sich gezeigt, dass seit der letzten Entscheidung vor zwei Jahren zwar einerseits die Tiefbau- und Kupferpreise, die maßgeblich in die Kalkulation des Investitionswertes für die TAL eingehen, gestiegen sind. Diese Entwicklung wird andererseits aber durch gegenläufige Effekte überkompensiert. So ist der gewichtete Kapitalzinssatz nach Steuern mit 7,19 Prozent leicht niedriger als bisher, wobei eine Eigenkapitalrendite von knapp unter 15 Prozent vor Steuern zugrunde gelegt wird. Zwar wurden von uns angesichts der Finanzkrise jetzt deutlich höhere Beschaffungskosten für Fremdkapital in Höhe von über 6 Prozent anerkannt, allerdings war dadurch auch ein Rückgang der Eigenkapitalrenditen zu verzeichnen. Darüber hinaus mussten wir die Effekte der Unternehmenssteuerreform 2008, die zu einer weiteren Entlastung geführt haben, jetzt erstmals berücksichtigen.
Breitbandstrategie der Bundesregierung
In ihrer Breitbandstrategie im Rahmen des Konjunkturpakets formuliert die Bundesregierung zwei Phasen für den Ausbau des schnellen Internets. In der Phase 1 sollen bis 2010, unterstützt durch Fördermaßnahmen die die betroffenen Kommunen beantragen können, die nicht versorgten Gebiete erschlossen werden. In einer zweiten Phasen sollen bis 2014 75% aller Haushalte mit Anschlüssen von 50 Mbit/s versorgt werden. Der Konflikt mit der EU-Kommission ist hier vorprogrammiert, da aus Sicht der Bundesregierung die von der EU-Kommission gesetzten Rahmenbedingungen „der Notwendigkeit einer wachstums- und innovationsorientierten Telekommunikationspolitik sowie Implikationen der Finanzmarktkrise nicht ausreichend Rechnung tragen“.
Über die Fördermaßnahmen sind die Kommunen die eigentlichen Treiber des Breitbandausbau in Phase 1. Gut wenn man wie in Mecklenburg Vorpommern die Vorgehensweise auf Landesebene wie zum Beispiel über den Zweckverband elektronische Verwaltung in M-V gegenüber den Netzbetreibern koordinieren kann.
Das sollten die etablierten Netzbetreiber durchaus ernst nehmen, wie das Beispiel der Stadtwerke Schwerte zeigt. Hier haben die Anwohner bei sogenannte „Bagger-Partys“ eine Art Nachbarschaftsfest gemeinsam mit den Stadtwerken, die Glasfasern verlegt. Die Kosten für einen Glasfaseranschluss belaufen sich so auf 490 € je Einwohner.
Geschäftsmodelle für den Breitbandausbau
In einem Gastbeitrag im Rahmen des Glasfaser-Reports von Portel diskutiert Dr.Hardtke von Böcker Ziemen Management Consultants mögliche Geschäftsmodelle für einen Breitbandausbau. Er beschreibt hierzu drei Stufen der Wertschöpfung von der Vermarktung der passiven Infrastruktur über beleuchtete Glasfaser/Bitstream Access zur Bereitstellung von Kommunikations- und Unterhaltungsdienstleistungen. Ein Open Access Ansatz, d.h. der diskriminierungsfreie Endkundezugang ermöglicht unterschiedliche Abrechnungsmodelle. Der Zugang wird vom Endkunden bezahlt, die Kosten des Zugangs werden vom Diensteanbieter getragen oder ein Shared Cost Ansatz bei dem sich Anbieter und Kunde die Kosten teilen. Dies führt zur wesentlichen Fragestellung, welche Produkte/Dienste will ein Kunde und was ist er bereit dafür zu bezahlen. Egal wie der Kuchen dann aufgeteilt wird, von dem Geld des Kunden müssen die Anbieter dann leben können.
Bitkom und VATM begrüßen die im Konjunkturpaket 2 angekündigte umfassende Breitbandstrategie der Bundesregierung
Bei einem geschätzten Investitionsvolumen von über 50 Milliarden Euro für einen flächendeckenden Glasfaserausbau gehen Bitkom und VATM von einem kooperativen Ansatz aus. Der VATM Geschäftsführer Grützner formuliert eindeutig: „Von besonderer Bedeutung für den Verbraucher – sowohl in der Stadt als auch auf dem Land – ist zudem, dass das jeweils ausbauende TK-Unternehmen die Wettbewerber auf sein Netz lässt –selbstverständlich gegen ein entsprechendes Entgelt. Nur so können Verbraucher und Unternehmen vom Wettbewerb mit all seinen Vorteilen wie etwa Preisentwicklungen und technologischen Innovationen profitieren.“ Allerdings dürfte es keinesfalls dazu kommen, dass zugunsten der Telekom der Preis für das wichtigste Vorprodukt, die TAL (TAL), künstlich hoch gehalten werde. „Der TAL-Preis muss an den tatsächlichen Kosten orientiert auf einem preisgünstigen europäischen Niveau liegen. Sonst würde die Investitionskraft der Unternehmen geschwächt werden und es bestünde die Gefahr, dass der Ausbau neuer Netze verzögert würde.
Es bleibt abzuwarten, ob es der Eingriffe der Regulierungsbehörde bedarf, um den kooperativen Weg zu moderieren und welche Steuerungsmechanismen die erweiterte Breitbandstrategie der Bundesregierung vorsieht, um die angestrebte Flächendeckung bis 2010 zu erzielen.
Bundesregierung will Breitbandausbau vorantreiben
Im zweiten Konjunkturpaket sagt die Bundesregierung eine „umfassende Breitbandstrategie“ zu. Im Rahmen der Breitbandstrategie sollen kurzfristig Versorgungslücken geschlossen, und der Aufbau von leitungsgebundenen und funkgestützten Hochleistungsnetzen forciert werden. Bis spätestens Ende 2010 sollen die bislang nicht versorgten Gebiete mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen abgedeckt sein. Bis spätestens 2014 sollen für 75% der Haushalte, bis 2018 für alle Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Abzuwarten bleibt, welche Annahmen der Breitbandstrategie zugrunde liegen und ob ein Dienste- oder Infrastrukturwettbewerb in der Fläche gefördert wird und wer unter den gesetzten Rahmenbedingungen als Anbieter in der Fläche investieren wird.
Telekom und Vodafone bilden Allianz
Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland plant die Telekom und Vodafone eine Kooperation beim Ausbau des Breitbandnetzes. Die Vereinbarung sieht vor, dass die DTAG in Würzburg und Vodafone in Heilbronn das VDSL Netz errichten und sich gegenseitig Zugriff einräumen. Die Fertigstellung von je 50.00 Anschlüssen ist für den Sommer 2009 geplant. In dem Piloten sollen die technischen Abläufe getestet werden. Ein Abrechnungsmodellsoll zu einem späteren Zeitpunkt ausgehandelt werden. Eine Überlassung an Dritte wie z.B. Versatel ist nicht vorgesehen. Es bleibt abzuwarten wie sich die Deutsche Telekom und Vodafone gegenüber Kabel BW in Heilbronn beziehungsweise Kabel Deutschland in Würzburg vertrieblich durchsetzen können.
EU-Kommission stellt regulatorische Strategie zur Förderung von Hochgeschwindigkeitsnetzen der nächsten Generation zur Konsultation
Grundlage der Konsultation ist ein Entwurf einer Empfehlung der sich an die Regulierungsbehörden der 27 Mitgliedsstaaten richtet. Die Empfehlung verfolgt die bisherige Linie der EU-Kommission, den Zugang zu wirtschaftlich nicht reproduzierbare Komponenten eines Breitbandnetzes für alle Marktteilnehmer sicherzustellen. Dies betrifft bei einem VDSL Ausbau z.B. die Anbindung der Kabelverzweiger. Die öffentliche Konsultation richtet sich an alle Marktteilnehmer und läuft bis zum 14. November 2008. Anschließend wird die Kommission die Empfehlung unter Berücksichtigung der Stellungnahmen fertig stellen und 2009 offiziell verabschieden.
Definition Breitband
In dem vom Bundeswirtschaftsministerium herausgegebenen Breitbandatlas lautet die Definition eines Breitbandzugangs das die Bandbreite mindestens 128 kBit/s im Upstream und mehr als 128 kBit/s im downstream und dein Internetzugang gewährleistet ist.
Entsprechend der ITU-T Empfehlung I.113 wird ein System oder Anschluss als breitbandig bezeichnet, wenn die Bitrate über der Primärmultiplexrate von in Europa 2048 kBit/s liegt.
VDSL Ausbau Telekom: Angriff oder Abwehr
Wie einem Artikel der Wirtschaftswoche zu entnehmen ist hat Telekom Vorstand Timotheus Höttges, der für die Festnetzsparte T-Home zuständig ist, seinen Mitbewerbern ein vertrauliches Positionspapier zu dem bis 2014 geplanten Netzumbau der Deutschen Telekom vorgelegt. Darin wird die Ablösung der traditionellen Vermittlungsstellen durch vollautomatische Internet Techniken und ein flächendeckender VDSL Ausbau beschrieben. Unterschiedliche Reaktionen gibt es hierzu von den durch die Branchenverbände VATM/BREKO vertretenen City-Carrier und DSL Anbieter. Der eigentliche Grund für ein Investitionsprogramm von solchem Ausmaß ist aber sicherlich nicht der Verlust von Kunden der Telekom an die alternativen Anbietern, Eher ist es die Notwendigkeit für die Deutsche Telekom sich flächendeckend vergleichbare technische Möglichkeiten wie die Kabelnetzbetreiber zu schaffen.
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Hellmut Seiberlich | Seiber Vision Engineering
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