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- 19.12.2010 18:00 Uhr
- Bandbreite vs. Netzneutralität
- 14.11.2010 06:12 Uhr
- Verteilung über Raum und Zeit
- 31.07.2010 20:10 Uhr
- Fußball WM Test für das mobile Internet?
- 15.06.2010 22:15 Uhr
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Bandbreite vs. Netzneutralität
Ob die von Vodafone angekündigte Staffelung der Preise entsprechend der nutzbaren Bandbreite für den Zugang zum mobilen Internet ein Angriff auf die Netzneutralität ist sicherlich eine Frage der Definition Netzneutralität. Im Festnetz ist diese Staffelung der Preise nach Bandbreite schon lange geübte Praxis. Im Gegensatz zur Funkschnittstelle, deren Bandbreite ja ein „Shared Medium“ aller Nutzer ist, steht die verfügbare Anschlussbandbreite im Festnetz dem Nutzer exklusiv zur Verfügung. Spannend wird wie bei Kapazitätsengpässen in einer Funkzelle die verfügbaren Kapazitäten den unterschiedlichen Nutzerklassen zugewiesen werden. Auf alle Fälle sollte man sich als Kunde sicher sein, das das Endgerät auch die gewünschte Bandbreite unterstütz.
Verteilung über Raum und Zeit
Mit 50.000 Kunden war (die technisch gut gemachte) Übertragung der Fußballweltmeisterschaft sicherlich (noch nicht) der Test für das mobile Internet. Folgt man Modellrechnungen von Ericsson und Nokia Siemens Networks zum Business Case Mobile Broadband, dann sind 50% des Datenverkehrs in 15-20% der Mobilfunkzellen. D.h. Blockierungen sind nicht flächendeckend zu erwarten. Das dabei 20% der Kunde 80% des Datenvolumens generieren, deckt sich auch mit der Analyse von The Nielsen Company über das Nutzungsverhalten amerikanischer Smartphonebesitzer. Zwar stieg das durchschnittliche Datenvolumen im letzten Jahr um 200% auf 298 MB pro Monat. Allerdings hatten in 2009 über 30 % der Nutzer weniger als 1 MB pro Monat Datenvolumen generiert und der Anteil ist in 2010 immer noch bei 25%. Die Herausforderung ist es, das Umsatzpotential dieser wenig Nutzer zu heben. Die Tarife nach der Bandbreite zu staffeln, wie von Vodafone und Deutscher Telekom angekündigt, ist ein möglicher Ansatz. Auf die Umsetzung wird es ankommen.
Fußball WM Test für das mobile Internet?
Das leise Flatrate-Sterben im Mobilfunk sieht das online Magazin teltarif als Abwehrmaßnahme der Mobilfunkbetreiber gegen den sich abzeichneten Kollaps der Datennetze ausgelöst durch Smartphones und Tablets. „Handynetze sind überlastet“ titelt das Handelsblatt und zitiert Bernd Theis der bei der Zeitschrift Connect den Netztest betreut. Der Netztest vergleicht wie gut man bei den verschiedenen Betreibern telefonieren und im Internet surfen kann. Vor allem Kunden von T-Mobile klagen über Probleme beim Telefonieren. Die Ausfälle die inzwischen vermehrt auftreten, seien bei den Testfahrten im Herbst noch nicht sichtbar gewesen. Die Fußball WM mit den einschlägigen Fanmeilen ist sicherlich ein Härtetest für die Kapazität der Datennetze. So bietet T-Mobile die Spiele der Fußball WM auch als Livestream im mobilen Internet an. Das WM 2010 Paket ist für 4,95 € zu haben. Ein Ausweichen bei Kapazitätsengpässen im Mobilfunknetz auf z.B. WLAN ist nicht möglich, da die Telekom nur die Übertragungsrechte im Mobilfunk besitzt.
Wird das mobile Internet zum Motor des Weihnachtsgeschäfts 2009?
Die Handelskette The Phone House (TPH) blickt positiv auf das nahende Weihnachtsgeschäft. Ungeachtet der Wirtschaftskrise planen entsprechend einer repräsentativen Befragung von TPH über 70 % aller deutschen Verbraucher die Anschaffung eines neuen Notebooks, Smartphone oder Handy. Zusätzliches Wachstumspotential bieten aber auch Produkte wie Flatrate-Tarife für das mobile Internet. Das Münsteraner Handelshaus für mobile Kommunikation rechnet darüber hinaus mit einer erhöhten Frequenz in ihren Shops, denn in der Krise setzen über 60 Prozent der Konsumenten besonders auf persönliche Beratung im Fachhandel.
Ebenfalls positiv zum Potential des mobilen Internet äußerte sich Freenet Chef Christoph Vilanek in einem Interview mit dem Handelsblatt merkt aber an: „Die Umsätze im gesamten deutschen Mobilfunk werden in den kommenden zwölf bis 24 Monaten wahrscheinlich weiter sinken“, Gründe seien ein ungebrochener Trend zu geringeren Minutenpreisen, wechselwillige Vertragskunden und gezielte Preissenkungen für Datenpakete. Doch wird „das zusätzliche Umsatzpotenzial durch Daten den Rückgang bei Sprache demnächst stabilisieren, aber nicht voll kompensieren.“
Der Wegfall von Vertragsbindung und Endgerätesubventionen, die O2 in Deutschland als erste offensichtlich erfolgreich als Instrument der Kundegewinnung einsetzt, werden den Druck auf die „nackten“ Tarife sicherlich erhöhen.
Doch was bedeutet das im Konkreten für die unterschiedlichen Marktteilnehmer:
Die Entwicklung in Österreich zeigt beispielhaft welche Auswirkungen das rasante Wachstum des mobilen Internets für die Netzbetreiber hat. Die Anzahl der mobilen Breitbandanschlüsse hat sich laut Telekom Monitor der RTR seit 3Q-2007 verdoppelt. Damit werden 36 % aller Breitbandanschlüsse in Österreich mobil realisiert. Dies führt nach einem Bericht von futurezone zu einem Wachstum des jährlichen Datenaufkommens in den UMTS Netzen um 200%. Neben den Smart-Phones sind die UMTS-Stick der Netbooks die großen Datensauger. Für alle vier österr. Netzbetreiber ist die größte Herausforderung die Datenmengen von und zu den Mobilfunkmasten zu transportieren. Mobilkom Austria setzt hierbei auf Festnetzleitungen der Schwester Telekom Austria. T-Mobile setzt entweder xDSL-Leitungen der Telekom Austria oder eigene Richtfunkanbindungen ein. Orange und „3“ setzen beim Netzausbau im Wesentlichen auf Richtfunk im 15, 23, oder 38 GHz Bereich. Auch wenn Begriffe wie Schönwetterfunker und Glasfaserfetischist eher zum vertrieblichen Vokabular gehören, verstecken sich doch mehrere ernsthafte Fragestellungen dahinter. Wie viel Kapazität bieten die verfügbaren Frequenzbänder für Richtfunk insbesondere in den Städten zur Anbindung der Basisstationen? Zu welchem Preis bekomme ich alternativ eine Festnetzleitung zur Anbindung? Ist für den Standort eine Festnetzanbindung der benötigten Kapazität auch verfügbar? Wer sich in Deutschland an den anstehenden Versteigerungen der Frequenzen der digitalen Dividende beteiligen will, sollte sich diese Fragen jedenfalls stellen und vor einer Bewerbung für sich beantworten können.
Der Kunde das unbekannte Wesen
Über Jahre hinweg haben sich Techniker angewöhnt, den Marketing Hype neuer Produkte durch fast schon penetrantes Abwarten/Ignorieren mit den Anforderungen des Finanzbereichs, Capex/Opex niedrig zu halten, in Einklang zu bringen. So stand GSM in den Anfangstagen noch für „God send Mobiles“ und WAP für „Warten auf Produkte“. Und der meistgenutzte Datendienst SMS läuft immer noch als „Beifang“ in der Signalisierung mit.
Doch diese geübten Praktiken scheinen nicht mehr aufrechthaltbar. Einer Studie der Beratergruppe „Unwired Insight“ zufolge wächst das Datenaufkommen in den UMTS Netzen um 200 Prozent. Trotz Aufrüstung der Netze auf HSDPA werden nach Einschätzung von „Unwired Insight“ die Kapazitätsgrenzen ab 2010 erreicht sein. Die Kunden nutzen das mobile Internet wie ihren Flatrate-DSL oder Kabel-Breitband Anschluss zu Hause. „Bei Mobilkom Austria stiegen die typischen Datenvolumen eines Blackberry Nutzers von drei Megabyte auf nunmehr 250 Megabyte pro Monat“, so Werner Reiter in einem Interview mit dem ORF. Ähnliche Effekte beobachtet Strand Consult beim I-Phone, dass als „operators worst friend“ bezeichnet wird. Einschlägige Erfahrungen hat man auch bei AT&T gemacht. Der CEO de la Vega bestätigte das 3% der Smart Phone Nutzer 40% des Datenverkehrs dieser Geräteklasse generieren. Seit Vertriebsstart des I-Phones, bei AT&T vor drei Jahren, ist der Datenverkehr um fast 5000% gewachsen. Nach Aussage von Strand Consult verdienen die meisten Netzbetreiber mit dem mobilen Breitband nicht einmal Geld.
Wenn dann auch das etablierte Geschäft von Skype und Ping angegriffen wird, wie Cash in einer Analyse über den Schweizer Mobilfunkmarkt aufzeigt, ist der von den CFO´s geforderte „Lean Operator“ Sparkurs vielleicht doch gerechtfertigt? Dringendes intensives (strategisches) Nachdenken ist in jedem Fall geraten.
Mobile and fixed broadband will coexists
In ihrer Studie:“ Solving the network strategy puzzle for mobile broadband operators” geht Roland Berger Strategy Consultants von einer Koexistenz des Mobile und Fixed Broadband aus. Dabei werden die Geschäftsmodelle im Mobilfunk und Festnetz ähnlich herausfordernd eingeschätzt. Roland Berger Strategy Consultants sehen als Gemeinsamkeit des Mobilfunk und des Festnetz den kostentreibende Bandbreitenbedarf von Zugang-/Kernnetz für breitbandige Internetdienste. Beim Ausbau der breitbandigen Netze müssen Synergien, wie z.B. die Anbindung von Basisstationen über VDSL genutzt werden.
Rich Communication Suite
Der Ansatz der GSM-Association im Rahmen der Rich Communication Suite (RCS) rund um das Telefonbuch des Kunden neue Dienste anzubieten ist als solches sicherlich lobenswert. Ob der Ansatz aber so zum tragen kommen wird ist sicherlich fraglich. Soziale Netzwerke wie Xing bieten ja bereits heute die Möglichkeit die Kontakte mit dem Telefonbuch des Nutzers abzugleichen. Mit Telco 2.0 eine Framework will die Kapsch CarrierCom die Verbindung zu den Telekommunikationsanbietern schließen und diesen ermöglichen über standardisierte Schnittstellen Präsenzinformationen und geografische Positionsdaten von Mobiltelefonen abzufragen sowie Kommunikationsdienste wie SMS oder Sprachverbindungen direkt zu nutzen. Welches Potential offene Schnittstellen für Mash-Ups eröffnen zeigen die die Vielzahl von Anwendungen rund um Google Earth.
Herausforderung Mobiles Internet
Mögliche Entwicklungspfade des mobilen Internets hin zu Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s beschreibt das Whitepaper „Mobile Roadmap Evolution: the roadmap from HSPA to LTE“. Bei einer Verzehnfachung des Datenverkehrs wird eine Steigerung des Umsatzes von 10 % erwartet. Durch die von Betreibern, Endgerätehersteller und Netzwerkanbieter gemeinsam getragene Standardisierung der Technik wird eine deutliche Kostensenkung erwartet. Wesentlich dazu beitragen soll das Evolved Packet Core (EPC), das den Übergang zu einem paketvermittelten Kernnetz beschreibt. Wenn für den Endkunden 100 Mbit/s zur Verfügung gestellt werden, muss diese Bandbreite auch von der Basisstation zum Kernnetz transportiert werden. Damit wird für das Mobile Internet wie im Breitband-Festnetz das Zugangsnetz der wesentliche Aufwandstreiber. Ein schlüssiges Geschäftsmodell des Mobilen Internet für Mobilfunknetzbetreiber findet man in dem Whitepaper allerdings auch nicht.
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