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Regulierer öffnet GSM Frequenzen für schnelles Internet
Vielleicht hat der Blick nach Frankreich e-plus inspiriert, bei der BNetzA die Nutzung von UMTS im 900 MHz Band zu beantragen. Über die Genehmigung der BNetzA dürften die Wettbewerber T-Mobile, Vodafone und O2 nicht erfreut sein. Haben Sie doch für die Frequenzen der Digitalen Dividende im 800 MHz Bereich fast 4 Mrd. Euro im Sommer diesen Jahres ausgegeben. Zugegeben, 28 Standorte geben keine Flächendeckung, aber mit dem Ansatz UMTS 900 auszubauen muss e-plus auch zukünftig nur eine User-/Service-Domain betreiben. Und im Gegensatz zu LTE sind die Endgeräte auch schon da.
Fußball WM Test für das mobile Internet?
Das leise Flatrate-Sterben im Mobilfunk sieht das online Magazin teltarif als Abwehrmaßnahme der Mobilfunkbetreiber gegen den sich abzeichneten Kollaps der Datennetze ausgelöst durch Smartphones und Tablets. „Handynetze sind überlastet“ titelt das Handelsblatt und zitiert Bernd Theis der bei der Zeitschrift Connect den Netztest betreut. Der Netztest vergleicht wie gut man bei den verschiedenen Betreibern telefonieren und im Internet surfen kann. Vor allem Kunden von T-Mobile klagen über Probleme beim Telefonieren. Die Ausfälle die inzwischen vermehrt auftreten, seien bei den Testfahrten im Herbst noch nicht sichtbar gewesen. Die Fußball WM mit den einschlägigen Fanmeilen ist sicherlich ein Härtetest für die Kapazität der Datennetze. So bietet T-Mobile die Spiele der Fußball WM auch als Livestream im mobilen Internet an. Das WM 2010 Paket ist für 4,95 € zu haben. Ein Ausweichen bei Kapazitätsengpässen im Mobilfunknetz auf z.B. WLAN ist nicht möglich, da die Telekom nur die Übertragungsrechte im Mobilfunk besitzt.
Nach der Versteigerung ist vor dem Roll-Out?
Da die Erlöse der Frequenzversteigerung mit knapp 4,4 Milliarden Euro deutlich unter den erwarteten 6 bis 8 Milliarden Euro geblieben sind, sollte bei den Mobilfunkbetreibern für den Ausbau der Netze genügend Mittel vorhanden sein. Egal in welcher Technologie ein Roll-Out realisiert wird, LTE, UMTS oder EDGE, die Kapazität für den wachsenden Bandbreitenbedarf auch für die vorhandenen Nutzer muss bereitgestellt werden. Wer wie AT&T versucht die Flatrate vom Smartphone Nutzern wieder einzukassieren, hat sicherlich keine gute Position um über einen Revenueshare mit Inhaltenabietern zu verhandeln. Ein Revenueshare wird für die Refinanzierung der Investitionen aber dringend benötigt.
KPN/E-Plus Positionspapier zur Digitalen Dividende
Eine klare Position bezieht im Vorfeld zur Frequenzauktion der Digitalen Dividende KPN/E-Plus in einem Positionspapier. Zusätzliches Spektrum ja, aber nicht um jeden Preis. Auch mit den vorhandenen Frequenzen sieht sich E-Plus in der Lage die benötigten Kapazitäten langfristig bereitzustellen. Der Frequenzbereich um 800 MHz ermöglicht zwar im Prinzip größere Zellradien. Dies kann aber nur genutzt werden, wenn der Kapazitätsbedarf es zulässt, d.h. in weniger dicht besiedelten Gebieten. In den Ballungsgebieten sieht sich KPN/E-Plus mit dem Ausbau von UMTS/HSPA auch für den zukünftigen Bandbreitenbedarf gut gerüstet. Der Ausbau von neuen Technologien wie LTE bedeutet eine signifikante Investition in das Netz und kann nur bei einer entsprechenden Verfügbarkeit von LTE kompatiblen Endgeräten auch Umsatz generieren. Die Versorgung der weißen Flecken als Festnetzersatz wird von KPN/E-Plus als reinen Mobilfunkanbieter im Positionspapier nicht erwähnt. Die Kooperationsbereitschaft mit Partnern dagegen ausdrücklich betont: „E-Plus is further looking into leveraging its broad experience in partnering as more spectrum opens the scope for more partners and new forms of value-creating partnerships.” Die aktuellen Ergebnisse der einzelnen Auktionsrunden finden sich ab dem 12.04.2010 bei der Bundesnetzagentur.
Voice over LTE
Die in der Next Generation Mobile Alliance organisierten Mobilfunkbetreiber haben sich für das IP Multimedia System als zukünftige Plattform für Sprache bei LTE festgelegt. Um auch (in der gegebenenfalls langen) Übergangsphase in denen LTE-Netze oder Endgeräte nicht IMS fähig sind, Roaming zu ermöglichen, setzt die NGMN Alliance auf das Circuit Switch Fall Back Verfahren (CSFB). Alternativen wie VoLGA entfallen damit. Für die vier Mobilfunketreiber in Deutschland, die auch die einzigen verbliebenen Bewerber um die Frequenzen der Digitalen Dividende sind, dürfte damit zumindest die Auswahl der Systemtechnik etwas einfacher werden.
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Hellmut Seiberlich | Seiber Vision Engineering
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