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Regulierer öffnet GSM Frequenzen für schnelles Internet
Vielleicht hat der Blick nach Frankreich e-plus inspiriert, bei der BNetzA die Nutzung von UMTS im 900 MHz Band zu beantragen. Über die Genehmigung der BNetzA dürften die Wettbewerber T-Mobile, Vodafone und O2 nicht erfreut sein. Haben Sie doch für die Frequenzen der Digitalen Dividende im 800 MHz Bereich fast 4 Mrd. Euro im Sommer diesen Jahres ausgegeben. Zugegeben, 28 Standorte geben keine Flächendeckung, aber mit dem Ansatz UMTS 900 auszubauen muss e-plus auch zukünftig nur eine User-/Service-Domain betreiben. Und im Gegensatz zu LTE sind die Endgeräte auch schon da.
KPN/E-Plus Positionspapier zur Digitalen Dividende
Eine klare Position bezieht im Vorfeld zur Frequenzauktion der Digitalen Dividende KPN/E-Plus in einem Positionspapier. Zusätzliches Spektrum ja, aber nicht um jeden Preis. Auch mit den vorhandenen Frequenzen sieht sich E-Plus in der Lage die benötigten Kapazitäten langfristig bereitzustellen. Der Frequenzbereich um 800 MHz ermöglicht zwar im Prinzip größere Zellradien. Dies kann aber nur genutzt werden, wenn der Kapazitätsbedarf es zulässt, d.h. in weniger dicht besiedelten Gebieten. In den Ballungsgebieten sieht sich KPN/E-Plus mit dem Ausbau von UMTS/HSPA auch für den zukünftigen Bandbreitenbedarf gut gerüstet. Der Ausbau von neuen Technologien wie LTE bedeutet eine signifikante Investition in das Netz und kann nur bei einer entsprechenden Verfügbarkeit von LTE kompatiblen Endgeräten auch Umsatz generieren. Die Versorgung der weißen Flecken als Festnetzersatz wird von KPN/E-Plus als reinen Mobilfunkanbieter im Positionspapier nicht erwähnt. Die Kooperationsbereitschaft mit Partnern dagegen ausdrücklich betont: „E-Plus is further looking into leveraging its broad experience in partnering as more spectrum opens the scope for more partners and new forms of value-creating partnerships.” Die aktuellen Ergebnisse der einzelnen Auktionsrunden finden sich ab dem 12.04.2010 bei der Bundesnetzagentur.
Voice over LTE
Die in der Next Generation Mobile Alliance organisierten Mobilfunkbetreiber haben sich für das IP Multimedia System als zukünftige Plattform für Sprache bei LTE festgelegt. Um auch (in der gegebenenfalls langen) Übergangsphase in denen LTE-Netze oder Endgeräte nicht IMS fähig sind, Roaming zu ermöglichen, setzt die NGMN Alliance auf das Circuit Switch Fall Back Verfahren (CSFB). Alternativen wie VoLGA entfallen damit. Für die vier Mobilfunketreiber in Deutschland, die auch die einzigen verbliebenen Bewerber um die Frequenzen der Digitalen Dividende sind, dürfte damit zumindest die Auswahl der Systemtechnik etwas einfacher werden.
Digitale Dividende
Mit der Verabschiedung einer Resolution zur Nutzung der digitalen Dividende im September 2008 durch das europäische Parlament stehen die freiwerdenden Frequenzen des analogen Fernsehens für eine neue Nutzung an. Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert bis Ende 2009 eine Strategie für die weitere Nutzung zu entwickeln. In Deutschland sind die Frequenzen der digitalen Dividende ein Kernpunkt der Breitbandstrategie der Bundesregierung, in der unter anderem die Versorgung der weißen Flecken bis Ende 2010 mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen vorgesehen ist. Die Frequenzen der digitalen Dividende will die Bundesnetzagentur im 2. Quartal 2010 mit Frequenzen im Bereich 1,8 GHz, 2 GHz, und 2,6 GHz versteigern.
Folgt man der Breitbandstrategie der Bundesregierung, sind bis 2018 alle Haushalte mit Breitbandanschlüssen mit einer Übertragungsrate von 50 Mbit/s versorgt. D.h. nach 2018 besteht eigentlich nur Bedarf an den Frequenzen der digitalen Dividende für eine mobile Nutzung. Damit würde sich der Kreis der potentiellen Bewerber auf die bestehenden Mobilfunkbetreiber eingrenzen?! Doch selbst für die Mobilfunkbetreiber dürfte die Lizenzauflage: Sicherstellung einer Versorgung von 80 % der Bevölkerung in 2016 ein überaus ambitioniertes Ziel sein. Zumal aufgrund der bereits angekündigten Klagen gegen die Lizenzbedingungen (O2 und eplus) eine Vergabe der Frequenzen im 2. Quartal 2010 derzeit eher unwahrscheinlich scheint. Damit ist auf jeden Fall kurzfristig, d.h. 2010, keine Versorgung der weißen Flecken absehbar. Bedauerlich aus gesamtwirtschaftlicher Sicht.
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