Regulierer öffnet GSM Frequenzen für schnelles Internet

Vielleicht hat der Blick nach Frankreich e-plus inspiriert, bei der BNetzA die Nutzung von UMTS im 900 MHz Band zu beantragen. Über die Genehmigung der BNetzA  dürften die Wettbewerber T-Mobile, Vodafone und O2 nicht erfreut sein. Haben Sie doch für die Frequenzen der Digitalen Dividende im 800 MHz Bereich fast 4 Mrd. Euro im Sommer diesen Jahres ausgegeben.  Zugegeben, 28 Standorte geben keine Flächendeckung, aber mit dem Ansatz UMTS 900 auszubauen muss e-plus auch zukünftig nur eine User-/Service-Domain betreiben. Und im Gegensatz zu LTE sind die Endgeräte auch schon da.

19.12.2010
link


Bandbreite vs. Netzneutralität

Ob die von Vodafone angekündigte Staffelung der Preise entsprechend der nutzbaren Bandbreite für den Zugang zum mobilen Internet ein Angriff auf die Netzneutralität ist sicherlich eine Frage der Definition Netzneutralität. Im Festnetz ist diese Staffelung der Preise nach Bandbreite schon lange geübte Praxis. Im Gegensatz zur Funkschnittstelle, deren Bandbreite ja ein „Shared Medium“ aller Nutzer ist, steht die verfügbare Anschlussbandbreite im Festnetz dem Nutzer exklusiv zur Verfügung. Spannend wird wie bei Kapazitätsengpässen in einer Funkzelle die verfügbaren Kapazitäten den unterschiedlichen Nutzerklassen zugewiesen werden. Auf alle Fälle sollte man sich als Kunde sicher sein, das das Endgerät auch die gewünschte Bandbreite unterstütz.

 

14.11.2010
link


Verteilung über Raum und Zeit

Mit  50.000 Kunden war (die technisch gut gemachte) Übertragung der Fußballweltmeisterschaft sicherlich (noch nicht) der Test für das mobile Internet. Folgt man Modellrechnungen von Ericsson und Nokia Siemens Networks  zum Business Case Mobile Broadband, dann sind 50% des Datenverkehrs in 15-20% der Mobilfunkzellen. D.h. Blockierungen sind nicht flächendeckend zu erwarten. Das dabei 20% der Kunde 80% des Datenvolumens generieren, deckt sich auch mit der Analyse von The Nielsen Company über das Nutzungsverhalten amerikanischer Smartphonebesitzer. Zwar stieg das durchschnittliche Datenvolumen im letzten Jahr um 200% auf 298 MB pro Monat. Allerdings hatten in 2009 über 30 % der Nutzer weniger als 1 MB pro Monat Datenvolumen generiert und der Anteil ist in 2010 immer noch bei 25%. Die Herausforderung ist es, das Umsatzpotential dieser wenig Nutzer zu heben. Die Tarife nach der Bandbreite zu staffeln, wie von Vodafone und Deutscher Telekom angekündigt, ist ein möglicher Ansatz. Auf die Umsetzung wird es ankommen.

31.07.2010
link


Fußball WM Test für das mobile Internet?

Das leise Flatrate-Sterben im Mobilfunk sieht das online Magazin teltarif als Abwehrmaßnahme der Mobilfunkbetreiber gegen den sich abzeichneten Kollaps der Datennetze ausgelöst durch Smartphones und Tablets. „Handynetze sind überlastet“ titelt das Handelsblatt und zitiert Bernd Theis der bei der Zeitschrift Connect den Netztest betreut. Der Netztest vergleicht wie gut man bei den verschiedenen Betreibern telefonieren und  im Internet surfen kann. Vor allem Kunden von T-Mobile klagen über Probleme beim Telefonieren. Die Ausfälle die inzwischen vermehrt auftreten, seien bei den Testfahrten im Herbst noch nicht sichtbar gewesen. Die Fußball WM mit den einschlägigen Fanmeilen ist  sicherlich ein Härtetest für die Kapazität der Datennetze. So bietet T-Mobile die Spiele der Fußball WM auch als Livestream im mobilen Internet an. Das WM 2010 Paket ist für 4,95 € zu haben. Ein Ausweichen bei Kapazitätsengpässen im Mobilfunknetz auf z.B. WLAN ist nicht möglich, da die Telekom nur die Übertragungsrechte im Mobilfunk besitzt.

15.06.2010
link


Nach der Versteigerung ist vor dem Roll-Out?

 

Da die Erlöse der Frequenzversteigerung mit knapp 4,4 Milliarden Euro deutlich unter den erwarteten 6 bis 8 Milliarden Euro geblieben sind, sollte bei den Mobilfunkbetreibern für den Ausbau der Netze genügend Mittel vorhanden sein. Egal in welcher Technologie ein Roll-Out realisiert wird, LTE, UMTS oder EDGE,  die Kapazität für den wachsenden Bandbreitenbedarf auch für die vorhandenen Nutzer muss bereitgestellt werden. Wer wie AT&T versucht die Flatrate vom Smartphone Nutzern wieder einzukassieren, hat sicherlich keine gute Position um über einen Revenueshare mit Inhaltenabietern zu verhandeln. Ein Revenueshare wird für die Refinanzierung der Investitionen aber dringend benötigt.

 

08.06.2010
link


KPN/E-Plus Positionspapier zur Digitalen Dividende

Eine klare Position bezieht im Vorfeld zur Frequenzauktion der Digitalen Dividende KPN/E-Plus in einem Positionspapier. Zusätzliches Spektrum ja, aber nicht um jeden Preis. Auch mit den vorhandenen Frequenzen sieht sich E-Plus in der Lage die benötigten Kapazitäten langfristig bereitzustellen. Der Frequenzbereich um 800 MHz ermöglicht zwar im Prinzip größere Zellradien. Dies kann aber nur genutzt werden, wenn der Kapazitätsbedarf es zulässt, d.h. in weniger dicht besiedelten Gebieten. In den Ballungsgebieten sieht sich KPN/E-Plus mit dem Ausbau von UMTS/HSPA auch für den zukünftigen Bandbreitenbedarf gut gerüstet. Der Ausbau von neuen Technologien wie LTE bedeutet eine signifikante Investition in das Netz und kann nur bei einer entsprechenden Verfügbarkeit von LTE kompatiblen Endgeräten auch Umsatz generieren. Die Versorgung der weißen Flecken als Festnetzersatz wird von KPN/E-Plus als reinen Mobilfunkanbieter im Positionspapier nicht erwähnt. Die Kooperationsbereitschaft mit Partnern dagegen ausdrücklich betont: „E-Plus is further looking into leveraging its broad experience in partnering as more spectrum opens the scope for more partners and new forms of value-creating partnerships.” Die aktuellen Ergebnisse der einzelnen Auktionsrunden finden sich ab dem 12.04.2010 bei der Bundesnetzagentur.

11.04.2010
link


Voice over LTE

Die  in der Next Generation Mobile Alliance organisierten Mobilfunkbetreiber haben sich für das IP Multimedia System als zukünftige Plattform für Sprache bei LTE festgelegt. Um auch (in der gegebenenfalls langen) Übergangsphase in denen LTE-Netze oder Endgeräte nicht IMS fähig sind, Roaming zu ermöglichen, setzt die NGMN Alliance auf das Circuit Switch Fall Back Verfahren (CSFB). Alternativen wie VoLGA entfallen damit. Für die vier Mobilfunketreiber in Deutschland, die auch die einzigen verbliebenen Bewerber um die Frequenzen der Digitalen Dividende sind, dürfte damit zumindest die Auswahl der Systemtechnik etwas einfacher werden.

06.03.2010
link


Digitale Dividende

Mit der Verabschiedung einer Resolution zur Nutzung  der digitalen Dividende im September 2008 durch das europäische Parlament stehen die freiwerdenden Frequenzen des analogen Fernsehens für eine neue Nutzung an. Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert bis Ende 2009 eine Strategie für die weitere Nutzung zu entwickeln. In Deutschland sind die Frequenzen der digitalen Dividende ein Kernpunkt der Breitbandstrategie der Bundesregierung, in der unter anderem die Versorgung der weißen Flecken bis Ende 2010 mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen vorgesehen ist.  Die Frequenzen der digitalen Dividende will die Bundesnetzagentur im 2. Quartal 2010 mit Frequenzen im Bereich 1,8 GHz, 2 GHz, und 2,6 GHz versteigern.

Folgt man der Breitbandstrategie der Bundesregierung, sind bis 2018 alle Haushalte mit Breitbandanschlüssen mit einer Übertragungsrate von 50 Mbit/s versorgt. D.h. nach 2018 besteht eigentlich nur Bedarf an den Frequenzen der digitalen Dividende für eine mobile Nutzung. Damit würde sich der Kreis der potentiellen Bewerber auf die bestehenden Mobilfunkbetreiber eingrenzen?! Doch selbst für die Mobilfunkbetreiber dürfte die Lizenzauflage: Sicherstellung einer Versorgung von 80 % der Bevölkerung  in 2016 ein überaus ambitioniertes Ziel sein. Zumal aufgrund der bereits angekündigten Klagen gegen die Lizenzbedingungen (O2 und eplus) eine Vergabe der Frequenzen im 2. Quartal  2010 derzeit eher unwahrscheinlich scheint. Damit ist auf jeden Fall kurzfristig, d.h. 2010, keine Versorgung der weißen Flecken absehbar. Bedauerlich aus gesamtwirtschaftlicher Sicht.

10.12.2009
link


Wie viel Zeit bleibt für den Ausbau der Breitbandnetze?

In ihrer Studie  „The Role of  of Government in the 21st-Century Infrastructure“  beschreiben booz&co die wirtschaftlichen Vorteile und Notwendigkeiten  des Ausbaus von Breitbandnetzen. Wie gering die Breibandversorgung in Deutschland derzeit ist, lässt die neue Ausgabe des Breitbandatlas ahnen. Hier wurde erstmalig anstelle der 128 Kbit/s Downstream/Upstream auch die Versorgung auf Basis eines 1 Mbit/s DSL-Anschluss ermittelt. Danach ist im ländlichen Bereich nur für knapp 75 % aller Haushalte ein 1 Mbit/s Anschluss verfügbar. Bei der Vorstellung einer Untersuchung des Bitkom Verbandes zu Hichtech Themen im abgelaufenen Wahlkampf zitierte Rene Obermann eine Studie der Columbia Business School: “Die Aufrüstung der Netze auf 50 Megabit pro Sekunde bis zum Jahr 2014 schafft rund 400.000 Arbeitsplätze in Deutschland.“ Der Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt beträgt der Studie zufolge rund 60 Milliarden Euro bis 2014. Zur Versteigerung der Frequenzen der digitalen Dividende führte er aus: „Keinen Sinn mache zum Beispiel eine pauschale Pflicht, Ortschaften mit weniger als 5.000 Einwohnern abzudecken, wenn sie bereits über andere Technologien mit Breitband versorgt sind. Das würde den Ausbau in den bedürftigen Regionen verlangsamen. Kontraproduktiv wäre auch, die Bieter zu verpflichten, parallele Infrastrukturen in den Regionen aufzubauen. Dies wäre bei der geringen Kundenzahl in vielen Gebieten nicht wirtschaftlich.“

Aber welche Alternativen gibt es um eine Breitbandversorgung auch auf dem Land zügig zu realisieren? Eigentlich nur regionale „Open Acces“ Lösungen oder eine „Schacht und Kabel AG“ wie sie Sunrise für die Schweiz vorschlägt. Mutiger ist man in Finnland. Als erstes Land hat man hier ein Gesetz erlassen, das jedem Einwohner ein Recht auf einen Zugang zu einem 1 Mbit/s Anschluss bis 2010 zusichert. Ab 2015 steht jedem Finnen das Recht auf einen  100 Mbit/s Breitbandanschluss zu. Hier ist in der Breitbandstrategie der Bundesregierung in der Tat noch viel Luft nach oben.

In einer Studie für den Berliner Senat stellt ITC Geschäftsführer Wolfgang Lohmann fest:“ Vor allem bewegte Bilder und dreidimensionale Anwendungen werden den Datenverkehr massiv erhöhen. Für die Berichterstattung der Olympischen Spiele 2012 wird erstmals im großen Maßstab der Standard Super-HDTV angewendet werden, der Übertragungsraten von mehr als 100 MBit/s benötigt.“ Nach seiner Einschätzung werden jedoch die deutschen Netze damit überfordert sein. Und dann?  

19.10.2009
link


Wird das mobile Internet zum Motor des Weihnachtsgeschäfts 2009?

Die Handelskette The Phone House (TPH) blickt positiv auf das nahende Weihnachtsgeschäft. Ungeachtet der Wirtschaftskrise planen entsprechend einer repräsentativen Befragung von TPH über 70 % aller deutschen Verbraucher die Anschaffung eines neuen Notebooks, Smartphone oder Handy. Zusätzliches Wachstumspotential bieten aber auch Produkte wie Flatrate-Tarife für das mobile Internet. Das Münsteraner Handelshaus für mobile Kommunikation rechnet darüber hinaus mit einer erhöhten Frequenz in ihren Shops, denn in der Krise setzen über 60 Prozent der Konsumenten besonders auf persönliche Beratung im Fachhandel.

Ebenfalls positiv zum Potential des mobilen Internet äußerte  sich Freenet Chef Christoph Vilanek in einem Interview mit dem Handelsblatt merkt aber an: „Die Umsätze im gesamten deutschen Mobilfunk werden in den kommenden zwölf bis 24 Monaten wahrscheinlich weiter sinken“, Gründe seien ein ungebrochener Trend zu geringeren Minutenpreisen, wechselwillige Vertragskunden und gezielte Preissenkungen für Datenpakete. Doch wird „das zusätzliche Umsatzpotenzial durch Daten den Rückgang bei Sprache demnächst stabilisieren, aber nicht voll kompensieren.“

Der Wegfall von Vertragsbindung und Endgerätesubventionen, die O2 in Deutschland als erste offensichtlich erfolgreich als Instrument der Kundegewinnung einsetzt, werden den Druck auf die „nackten“ Tarife sicherlich erhöhen.

Doch was bedeutet das im Konkreten für die unterschiedlichen Marktteilnehmer:

Die Entwicklung in Österreich zeigt beispielhaft welche Auswirkungen das rasante Wachstum des mobilen Internets für die Netzbetreiber hat. Die Anzahl der mobilen Breitbandanschlüsse hat sich laut  Telekom Monitor der RTR seit 3Q-2007 verdoppelt. Damit werden 36 % aller Breitbandanschlüsse in Österreich mobil realisiert. Dies führt nach einem Bericht von futurezone zu einem Wachstum des jährlichen Datenaufkommens in den UMTS Netzen um 200%.  Neben den Smart-Phones sind die UMTS-Stick der Netbooks die großen Datensauger. Für alle vier österr. Netzbetreiber ist die größte Herausforderung die Datenmengen von und zu den Mobilfunkmasten zu transportieren. Mobilkom Austria setzt hierbei auf Festnetzleitungen der Schwester Telekom Austria. T-Mobile setzt entweder xDSL-Leitungen der Telekom Austria oder eigene Richtfunkanbindungen ein. Orange und „3“ setzen beim Netzausbau im Wesentlichen auf Richtfunk im 15, 23, oder 38 GHz Bereich. Auch wenn Begriffe wie Schönwetterfunker und Glasfaserfetischist eher zum vertrieblichen Vokabular gehören, verstecken sich doch mehrere ernsthafte Fragestellungen dahinter.  Wie viel Kapazität bieten die verfügbaren Frequenzbänder für Richtfunk insbesondere in den Städten  zur Anbindung der Basisstationen? Zu welchem Preis bekomme ich alternativ eine Festnetzleitung zur Anbindung? Ist für den Standort eine Festnetzanbindung der benötigten Kapazität auch verfügbar? Wer sich in Deutschland  an den anstehenden Versteigerungen der Frequenzen der digitalen Dividende beteiligen will, sollte sich diese Fragen jedenfalls stellen und vor einer Bewerbung für sich beantworten können.

19.10.2009
link


Der Kunde das unbekannte Wesen

Über Jahre hinweg haben sich Techniker angewöhnt, den Marketing Hype neuer Produkte durch fast schon penetrantes Abwarten/Ignorieren mit den Anforderungen des Finanzbereichs, Capex/Opex niedrig zu halten, in Einklang zu bringen. So stand GSM in den Anfangstagen noch für „God send Mobiles“ und WAP für „Warten auf Produkte“. Und der meistgenutzte Datendienst SMS läuft immer noch als „Beifang“ in der Signalisierung mit.

Doch diese geübten Praktiken scheinen nicht mehr aufrechthaltbar. Einer Studie der Beratergruppe „Unwired Insight“  zufolge wächst das Datenaufkommen in den UMTS Netzen um 200 Prozent. Trotz Aufrüstung der Netze auf HSDPA werden  nach Einschätzung von „Unwired Insight“  die Kapazitätsgrenzen ab 2010 erreicht sein. Die Kunden nutzen das mobile Internet wie ihren Flatrate-DSL oder Kabel-Breitband Anschluss zu Hause. „Bei Mobilkom Austria stiegen die typischen Datenvolumen eines Blackberry Nutzers von drei Megabyte auf nunmehr 250 Megabyte pro Monat“, so Werner Reiter in einem Interview mit dem ORF. Ähnliche Effekte beobachtet Strand Consult beim I-Phone, dass als „operators worst friend“ bezeichnet wird. Einschlägige Erfahrungen hat man auch bei AT&T gemacht. Der CEO de la Vega bestätigte das 3% der Smart Phone Nutzer 40% des Datenverkehrs dieser Geräteklasse  generieren. Seit Vertriebsstart des I-Phones, bei AT&T vor drei Jahren, ist der Datenverkehr um fast 5000% gewachsen. Nach Aussage von Strand Consult verdienen die meisten Netzbetreiber mit dem mobilen Breitband nicht einmal Geld.

Wenn dann auch das etablierte Geschäft von Skype und Ping angegriffen wird, wie Cash in einer Analyse über den Schweizer Mobilfunkmarkt aufzeigt, ist der von den CFO´s geforderte „Lean Operator“ Sparkurs vielleicht doch gerechtfertigt? Dringendes intensives (strategisches) Nachdenken ist in jedem Fall geraten.

12.10.2009
link


Der „vierte“ Bildschirm

TV-Geräte mit integriertem Internetanschluss (Hybrid-TV) und die dadurch möglich werdende Auslieferung von Multimediainhalten sind ein wichtiger Trend: Internet in leicht bedienbarer Form auf dem Fernseher.  Versehen mit einem DVB-C/S/T Receiver und einer Ethernet Schnittstelle haben dieser Gerätetypen, wie auf der „IFA“ vorgestellt, die Chance sich als „vierter“ Bildschirm neben dem herkömmlichen Fernseher, PC und Smartphone zu etablieren. Die Firmen Samsung und Sony setzen dabei auf sogenannte Widgets; das sind Mini-Webanwendungen, die sich auf Wunsch, vergleichbar der Sidebar zu Windows Vista, einblenden lassen. Panasonic Vierra Cast und Philips Net TV realisieren den Zugriff auf das World Wide Web über ein eigenes Portal. Hier wird dann mittels der Fernbedienung durch die jeweiligen Menüs navigiert. Aber auch „Broadcast related Services“ lassen sich realisieren, wie das ARD mit einem Elektronischen Programmführer (EPG) in einer Beta Version zeigt. Mit den hybriden TV-Geräten können somit interaktive Lösungen realisiert werden, die bisher nur über IPTV möglich waren.

IPTV Anbieter werden durch die Vermarktung hybrider TV Geräte zusätzlich unter Druck gesetzt. Das ohnehin von starkem Wettbewerb und Preiskämpfen geprägte Marktumfeld könnte durch das Aufweichen von Differenzierungsmerkmalen zusätzlich unter Druck geraten, da Wechselargumente für Kabel- und Satelliten-Kunden wegfallen.

Welche Herausforderung für etablierte Anbieter in der neuen konvergenten Medienwelt steckt zeigten auch die Panels der Medienwoche@IFA. Dem über Gebühren finanzierte unverschlüsseltem Start des HDTV Regelbetriebs der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wollen  RTL und VOX ab Herbst mit der CI+ verschlüsselten Ausstrahlung von HD-Kanälen über Satellit zuvorkommen. Offen ist inwieweit die technisch möglichen Einschränkungen von CI+ bei der Aufnahme und Wiedergabe der neuen Programme genutzt werden um z.B. das Überspringen von Werbeblöcken zu verhindern. Offen jedoch auch, ob sich bezahlte Angebote mit dem „vierten“ Bildschirm etablieren lassen. Fazit: die Angebotspalette wird „bunter“, vielfältiger und möglicherweise aus Sicht der Endkonsumenten noch verwirrender.

05.10.2009
link


Neue Geschäftsmodelle

Mit 30.000 Kunden konnte die DTAG gerade 5% der IPTV-Kunden für das Bundesliga Fußball Paket in HD Qualität gewinnen. Nicht einfacher werden die Geschäftsmodelle wenn weitere Partner an der Wertschöpfung beteiligt sind. So wird in den USA, basierend auf einer Lösung des Systemtechniklieferanten Qualcomm, für Amazons e-book Kindle über das 3G-Mobilfunknetz von Sprint der Inhalt bereitgestellt. Ein Vertragsverhältnis mit dem Netzbetreiber ist hierzu nicht notwendig. Als Systemlieferant ist  Qualcomm an den Umsätzen von Amazon  beteiligt. Offensichtlich nicht zufriedenstellend waren die Ergebnisse des werbefinanzierten Mobilfunkanbieters Blyk. Zum 26.08 ist Schluss mit werbefinanzierter Mobiltelefonie in UK.  Der geplante Start in Deutschland, Belgien, Spanien und den Niederlanden findet erst gar nicht statt.

28.07.2009
link


Mobile and fixed broadband will coexists

In ihrer Studie:“ Solving the network strategy puzzle for mobile broadband operators” geht Roland Berger Strategy Consultants von einer Koexistenz des Mobile und Fixed Broadband aus. Dabei werden die Geschäftsmodelle im Mobilfunk und Festnetz ähnlich herausfordernd eingeschätzt. Roland Berger  Strategy Consultants sehen als Gemeinsamkeit des Mobilfunk und des Festnetz den kostentreibende Bandbreitenbedarf  von Zugang-/Kernnetz für breitbandige Internetdienste. Beim Ausbau der breitbandigen Netze müssen Synergien, wie z.B. die Anbindung von Basisstationen über VDSL genutzt werden.

 

25.06.2009
link


Finanzierung des Ausbaus von breitbandigen Anschlussnetzen

Ob und welche  Möglichkeiten es zur Lösung des Investitionsdilemmas beim Ausbau von breitbandigen Anschlussnetzen geben kann war Thema  der Veranstaltung „Finanzierung des Ausbaus von breitbandigen Abschlussnetzen“ der österreichischen RTR.  Für einen volkswirtschaftlich notwendigen Ausbau von breitbandigen Anschlussnetzen für den es keinen marktwirtschaftlichen Business Case gibt können z.B. Privat Public Partnership Projekte eine Lösung sein. Die in den Vorträgen aufgezeigten Beispiele wie z.B. Australien, Neuseeland oder Singapur sind in ihrer Art nicht wettbewerbsneutral und damit mit dem europäischen Regulierungsrahmen nicht vereinbar. Es ist allerdings davon auszugehen, dass diese Projekte ihren volkswirtschaftlichen Beitrag leisten werden. Damit ist das Investitionsdilemma eigentlich eher ein Regulierungsdilemma?

26.05.2009
link


EU-Kommission und Bundesnetzagentur sehen weiterhin einen gemeinsamen Markt für den Breitbandausbau

Als alter Wein in neuen Schläuchen kann der zweite Aufguss der Konsultation der Europäischen Kommission zum Thema regulierter Zugang zu Next Generation Access Networks bezeichnet werden. Das einem Anbieter für seine Investitionen eine Risikoprämie für ein Wholesale Angebot zustehen soll, setzt voraus, dass es einen Investor gibt. Selbst die Bundesnetzagentur sieht in ihrem Papier zu den Eckpunkten der Regulierungsstrategie Hinweise, dass der Ausbau eines reinen Glasfasernetzes zu Investitionskosten von 1.000 bis 2.000 € pro Anschluss führt. In weniger dich besiedelten Regionen sei mit einem vielfachen der Investitionskosten zu rechnen. Unter diesen Randbedingungen wird selbst ein  markstarkes Unternehmen wie die DTAG einen flächendeckenden Ausbau in Deutschland alleine nicht bewältigen können. Die Frage ob es für einen flächendeckenden Breitbandausbau einen Business Case und damit einen Investor geben wird stellen sich sowohl die EU-Kommission als auch die BNetzA wohl nicht.

14.05.2009
link


Regionale Ansätze als Grundlage für Ausbau- und Kooperationsmodelle von breitbandigen Zugangsnetzen

Offensichtlich sieht die österreichische Regulierungs-GmbH RTR  im Breitbandausbau nicht mehr einen zu regulierenden Markt sondern regionale Märkte mit unterschiedlichen Herausforderungen. Die Vorträge auf der Veranstaltung der RTR-GmbH von openaxs, einem Verband von regionalen schweizerischen Energieversorgern, Inexio einem regionalen Anbieter aus Deutschland sowie die Vorstellung mehrer regionale österreichischer Projekte bestätigen die Segmentierung des Marktes, wie es z.B. der FTTH-Council  vorschlägt. „First Tier European Cities“ als Market Driven Areas die sich selber regulieren.  „Smaller European Cities“  fallen in die Kategorie Risk Driven Areas, d.h hier wird eine Regulierung benötigt um die Rahmenbedingungen für Investitionen abzugrenzen. „Rural Areas“  werden als Policy Driven Areas klassifiziert. Hier müssen sinnvolle Regeln  das Auswachsen der Digital Divide verhindern.

16.04.2009
link


Breitbandausbau, ein interessanter Weg am anderen Ende der Welt

Nach mehrmonatigen erfolglosen Verhandlungen mit verschiedenen Konsortien im Rahmen der Ausschreibung eines „National Broadband Network“ hat die australische Regierung die Ausschreibung zurückgezogen. Für den Ausbau eines glasfaserbasierten Breitbandnetzes mir einer Datenrate von 100 Mbps und 90% Versorgungsgrad wird die australische Regierung eine eigene Firma gründen. Die notwendigen Mittel von 43 Mrd. Dollar sollen gemeinsam mit privaten Investoren aufgebracht werden. Es ist ein Openaccess Modell mit entsprechenden Wholesale Angeboten angedacht. Auf die erwarteter Bauzeit von 7-8 Jahren sollen 25.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der ehemalige Monopolist Telstra hatte im Dezember sein Angebot im Ausschreibungsverfahren zurückgezogen. Der Aktienkurs war daraufhin um 22 % eingebrochen. Ein Glasfasernetz wird die kupferbasierte Infrastruktur und das DSL-Angebot von Telstra überflüssig machen. Ein interessantes Denkmodell auch für Deutschland? Die entstehenden Arbeitsplätze wären im Wesentlichen tatsächlich in Deutschland angesiedelt.

14.04.2009
link


Rich Communication Suite

Der Ansatz der GSM-Association im Rahmen der Rich Communication Suite (RCS) rund um das Telefonbuch des Kunden neue Dienste anzubieten ist als solches sicherlich lobenswert. Ob der Ansatz aber so zum tragen kommen wird ist sicherlich fraglich. Soziale Netzwerke wie Xing bieten ja bereits heute die Möglichkeit die Kontakte mit dem Telefonbuch des Nutzers abzugleichen. Mit Telco 2.0 eine Framework will die Kapsch CarrierCom die Verbindung zu den Telekommunikationsanbietern schließen und diesen ermöglichen über standardisierte Schnittstellen Präsenzinformationen und geografische Positionsdaten von Mobiltelefonen abzufragen sowie Kommunikationsdienste wie SMS oder Sprachverbindungen direkt zu nutzen. Welches Potential offene Schnittstellen für Mash-Ups eröffnen zeigen die die Vielzahl von Anwendungen rund um Google Earth.

03.04.2009
link


Mobilfunkterminierungsentgelte gesenkt

Ab dem 1.April 2009 betragen die Terminierungsentgelte in die Mobilfunknetze 6,59 ct/min. für die beiden D-Netze und 7,14 ct/min. für die E Netze. Die neuen Entgelte liegen damit für T-Mobile und Vodafone D2 um gut 16 Prozent, für E-Plus und O2 um knapp 19 Prozent unter den bisherigen Entgelten von 7,92 ct/min. bzw. 8,80 ct/min. Interessant ist hierbei die Begründung der Bundesnetzagentur. "Die Tarifreduzierung beruht ganz überwiegend auf den gegenüber der letzten Entscheidung deutlich gestiegenen Verkehrsmengen in den Mobilfunknetzen, die insbesondere auf On-Net- und Datenverkehre zurückzuführen sind. Diese für den Mobilfunk erfreuliche Entwicklung zeigt, dass mobile Sprach- und Datendienste erheblich stärker als bisher genutzt werden. Dies führt bei einer stabilen Kostensituation und effizienten Netzen zu geringeren Minutenpreisen. Insoweit sind die heute genehmigten Entgelte das Ergebnis einer Neuverteilung der Kosten aufgrund der Mengenverschiebungen in den Mobilfunknetzen. Die künftig niedrigeren Terminierungsentgelte beugen darüber hinaus einer Quersubventionierung der Mobilfunknetze durch die Festnetzbetreiber vor und tragen damit dem Gesichtspunkt des chancengleichen Wettbewerbs noch besser Rechnung. Die Festnetzbetreiber haben es jetzt in der Hand, die gesunkenen Vorleistungsentgelte an die Verbraucher weiterzugeben", sagte Kurth. Werden bei weiterem anwachsen der Verkehrsmengen die Kapazitätsreserven der Mobilfunknetze aufgebraucht, müssten bei dieser Logik die die Terminierungsentgelte eigentlich wieder angehoben werden?

02.04.2009
link


Seiber Vision Engineering

Hellmut Seiberlich | Seiber Vision Engineering
Tel.: +49 3379 369920 | Fax.: +49 3379 369377 | Mob.: +49 173 5304648
Wilhelmstr. 7 | 15831 Mahlow | hellmut.seiberlich@seiber-vision.com